5202

ein Blog über technische Fragen zu Blogger

Bloggen, Typographie und Layout

von
Vor etwas mehr als einem Jahr habe ich mit dem bloggen angefangen - die Hälfte dieser Zeit habe ich dazu gebraucht, mein eigentliches Thema zu finden. Am Anfang habe ich über etwas geschrieben, von dem ich dachte, ich hätte dazu etwas zu sagen; vielleicht war es das auch, nur war es - wie sich dann herausgestellt hat - zuwenig. Über einen ziemlichen Umweg bin ich darauf gekommen, über was ich wirklich schreiben will - nämlich CSS, HTML und Javascript und was man damit alles in einem blogspot.com Blog anstellen kann.

Erfahrung
In diesem Jahr habe ich eine zeitlang im Blogger-Hilfe-Forum anderen Blogger geholfen, ungefähr 1600 Threads lang. Dann hat mir die Forums-Moderatorin erklärt, dass ich vom Thema 'Blogger' "nicht besonders viel Ahnung hätte" und ich sollt's doch unterlassen, da weiterhin zu antworten. Seitdem schreibe ich dort nichts mehr.

Ich erzähl das deshalb, weil ich in der Zeit wirklich sehr viel Erfahrung mit Blogs gemacht habe - fremden Blogs und meinem eigenem Blog.

Ich schätze, die Hälfte der Blogs besteht etwa ein Jahr und dann verliert der Bloginhaber die Lust daran. Das liegt manchmal am falschen Thema, manchmal an falschen Erwartungen und oft, das man selber nichts mehr zu sagen hat. Das falsche Thema war bei mir an erster Stelle - ich hatte aus dem 'Kopf' heraus beschlossen, mich in einer Bloggospähre einzubringen und hab von heute auf nachher angefangen zu bloggen - und war dann überrascht, wie gehässig, aggressiv und nachtragend es im Internet zugeht. Flamewars sind nicht mein Ding. Dann kamen die falschen Erwartungen dazu. Ich hatte gedacht, es ist einfacher, wahrgenommen zu werden - davon war ich dann nach den ersten Monaten meines Blogger-Daseins befreit.

Mein Blog www.5202.blogspot.com/ gibt's seit ungefähr sieben Monaten. Im ersten Monat hatte ich 24 Seitenaufrufe [mit Analytics gezählt, mich selber rausgefiltert] - im zweiten Monat 8 Aufrufe, LOL. Im dritten Monat waren es dann schon 138 PI's und seitdem geht es aufwärts; im Dezember hatte ich Beispielsweise 7200 Seitenaufrufe. Seit dem ersten halben Jahr meiner Bloggerei interessiert mich diese Zahlen nicht mehr. Ich schau sie mir ab und zu an, weil ich natürlich schon neugierig bin, ob jemand liest was ich schreibe. Aber es unwichtig für meine Motivation zu schreiben - auch mit zwölf Seitenaufrufen im Monat würde ich weiter schreiben, ich habe nämlich etwas wichtiges entdeckt, nämlich 'mein Thema'.
Mein Thema
Ich habe da eine Theorie: Jeder hat irgendeinen Bereich in seinem Leben, wo er tatsächlich etwas zu sagen hat und wenn er darüber schreibt, wird es automatisch spannend und frisch zu lesen, unabhängig davon, ob der Betreffende nun gut schreiben kann oder nicht. Beim bloggen muss man dieses 'mein Thema' finden, dann geht's auch mit dem Blog weiter. Wer das nicht hat oder nicht findet, wird über kurz oder lang die Lust an der Sache verlieren.

Der Blog

Tagsüber arbeite ich ... in einem völlig anderen Bereich ... und soweit mir Arbeit & Familie Zeit lassen, schreibe ich in der Nacht über CSS, Html und Javascript. Ich habe weder irgendeine formale Ausbildung in der Sache noch einen Beruf, der auch nur im entferntesten mit dem Internet zu tun hat - genau genommen hatte ich bis vor einem Jahr noch nicht mal viel Ahnung von HTML/CSS. Ich habe mir allerdings im erlernen von formalen Sprachen schon immer leicht getan.
Typographie
Ich bin auch kein Grafiker. Was mir allerdings nach kürzester Zeit bei anderen Bloggern aufgefallen ist, wie wenig Sorgfalt viele Blogger auf das 'wie' legen. Ein klassisches Beispiel ist weiße Schrift auf schwarzen Grund für lange Texte. Ich denke als graphische Spielerei ist das nett, aber schwarz als Hintergrund ist viel zu kontrastreich zu einer hellen Schrift, um über längere Zeit entspannt gelesen zu werden. Oder 11px Schriftgröße für seinen Textteil.

Bevor ich angefangen habe zu bloggen, hatte ich mir noch nie zuvor über Typographie Gedanken gemacht. Jetzt denke ich über serifen und serifenloser Schrift nach, über Textgliederungen, Überschriften 4. und 5. Ordnung und whitespace zwischen den Zeilen. 
Tom
Ich hatte vor ein paar Tagen auf Google+ mit Tom eine kleine Diskussion über den neuen Blocksatz in den dynamischen Ansichten - ich war dagegen, er hat mich zurecht darauf hin gewiesen, dass der Herrgott dafür die mehrspaltige Ansicht geschaffen hat, wie im Zeitungslayout etwa. Tom kommt mehr aus dem grafischen Bereich und für ihn ist Blocksatz 'schöner'. Was auch richtig ist, nur ist Blocksatz meiner Ansicht nach nicht so gut zu lesen, weil für das Auge der 'Zeilensprung' in die nächste Zeile schwerer zu finden ist.

Er hatte also Recht und ich habe mich an die Arbeit gemacht, diese Anregung in einem mehrspaltigem Layout umzusetzen - das ist nicht sooo schwer wie es klingt, es gibt da einige ganz schicke CSS3 Eigenschaften, die hilfreich sind.

Das Layout

Ich arbeite also daran, wie man Inhalte besser, klarer, übersichtlicher und geordneter darstellen kann, sodass der Leser wirklich etwas davon hat. Ich habe mich mit Schriftgrößen und Linienhöhen beschäftigt, Schrifttypen ausgewählt, die Abstände zwischen den Überschriften geplant und vieles mehr und ich komme mir trotzdem wie ein Anfänger vor. Der ich auch bin. Oder Amateur, oder wie immer man das nennen will - auf jeden Fall, jemand der keine besondere Ahnung von der Sache hat. Dafür aber etwas anderes, nämliche wirkliches Interesse. Ich habe die technischen Fähigkeiten, so gut wie jede Layout-Idee auch umsetzen zu können und ich frage mich oft, macht diese oder jene Sache das ganze klarer? Oder eher nicht? Dann lasse ich's.
Ideen
Ideen hätte ich für fünf Posts am Tag - nur keine Zeit, das auch alles umzusetzen. Vielleicht ist das auch ganz gut so. Ich möchte keinen 'klassischen' Tutorial-Blog machen - wer wissen will, wie er seine Sidebar grün färben kann, findet bestimmt anderswo was besseres. Wer dagegen wissen will, wie er einen halbtransparenten Rand um seine Sidebar bekommt [das ist richtig schwierig ..], ist hier richtig. Das mit den halbtransparenten Rand ist so ein Post den ich schon lange schreiben wollte und wo ich nicht dazu komme ... schreibe ich aber bestimmt noch.

Soweit meine Standortbestimmung nach gut einem Jahr bloggen.

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